ZEIT für die Schule
Schüler:innen spielen am Computer
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Benjamin Buchtala spielt seit seiner Schulzeit Computer­spiele. Damals, mit 15 Jahren und Mitte der 2000er-Jahre, traf er sich auf privaten LAN-Partys mit Freundinnen und Freunde und versuchte im Game zum besseren Team zu gehören. Den Begriff E-Sport kannte er nicht, er war in Deutschland kaum verbreitet. „Auch die Frage, ob ich mit Computer­spielen besser in der Schule werde oder mich sogar auf den Beruf vorbereite, hat für mich keinerlei Rolle gespielt. Trotzdem war es wohl so“, sagt der heute 31-Jährige, der gerade als bundesweit erster Absolvent einen Master für Sport­management mit Fokus auf E-Sport an der Hochschule für angewandtes Management (HAM) in Ismaning bei München ablegt. „In meiner sehr aktiven Phase hatte ich mir für MMO, also für massively multiplayer online games, allein für die linke Hand 37 Tasten­belegungen eingeprägt. Für Außen­stehende sah es aus, als würde ich Klavier spielen. Die Hand-Augen-Koordination und die Reaktions­fähigkeit werden dabei extrem trainiert.“

Videogamer sind bessere Chirurgen

Solche Fähigkeiten sind in vielen Berufen wichtig und werden deshalb idealerweise bereits während der Schule oder der Ausbildung erworben. Chirurg*innen, Bomben­entschärfer*innen, Handwerker*innen oder KFZ-Mechaniker*innen müssen etwa in der Lage sein, das Zusammen­spiel zwischen dem, was das Auge an Informationen ans Gehirn liefert, und dem, was die Hand daraufhin an Bewegung ausführt, sehr gut zu koordinieren. Dass E-Sportler*innen diesen Bereich der Video­motorik schulen, zeigt eine Untersuchung in einem Bostoner Krankenhaus. Dort wurden 200 Laparoskop-Chirurg*innen miteinander verglichen, die bei Operationen mithilfe von kleinen Kameras äußerst präzise arbeiten müssen. Das Ergebnis: Chirurg*innen, die gern und regelmäßig Videogames spielten, waren um 27 Prozent schneller und machten 38 Prozent weniger Fehler als ihre nicht Computerspiel-affinen Kolleg*innen.

Teamfähigkeit als Schlüsselqualifikation der modernen Arbeitswelt

Resilienz und Selbst­disziplin gehören zu den weiteren Fähigkeiten, die E-Sportlerinnen und -sportler in besonderem Maße ausprägen. Genauso erfahren sie Teamgeist: „In einem kompetitiven Spiel gibt es immer wieder Situationen, in denen man am liebsten die Konsole an die Wand werfen würde. Dass das nichts nützt, merkt man schnell. Statt­dessen lernt man cool zu blieben, weiter­zu­machen, Konflikte zu lösen, anderen Feedback zu geben und selbst Feedback anzunehmen“, sagt Benjamin Buchtala, der heute Firmen im E-Sport-Marketing berät. Wie wichtig Teamfähigkeit in Unternehmen ist, zeigt eine Auswertung des Bundes­arbeit­geber­verbands der Personal­dienstleister von etwa 1,1 Millionen Stellen­anzeigen. Team­fähigkeit war hier eine der meist genannten Qualitäten, die sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Stellen­anzeigen von Interessentinnen und Interessenten wünschen. E-Sportlerinnen und -sportler werden hier also auch in Zukunft mit ihren Soft Skills bei Arbeit­geberinnen und Arbeit­gebern punkten.

Benjamin Buchtala
© Benjamin Buchtala

Benjamin Buchtala ist E-Sportler und hat als Teammanager und Coach gearbeitet. Heute ist er Projektleiter einer offiziellen Meisterschaft in einem mittelgroßen Spieltitel in Deutschland, berät mehrere Firmen im E-Sport-Marketing und ist Referent für Breitensport im ESBD.

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