ZEIT für die Schule
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Hamburg verfügt über eine Vielzahl an Medienbildungsangeboten, doch eine zentrale Übersicht fehlte bisher. Der News Navigator soll diese Lücke schließen, indem er Angebote zusammenführt, passgenaue Unterstützung vermittelt und direkten Austausch zwischen Redaktionen und jungen Menschen schafft. Ziel ist es, Journalismus für Schülerinnen und Schüler greifbar zu machen und Lehrkräfte gezielt zu unterstützen. Zum kommenden Schuljahr soll die Plattform online gehen.
An fünf Pilotschulen soll außerdem erprobt werden, wie Medienbildung im Schulalltag gelingen kann. Die Schülerinnen und Schüler sollen über das gesamte Schuljahr das journalistische Handwerk kennenlernen, eigene Medienprodukte erstellen und am Ende des Jahres in einer Co-Creation-Woche gemeinsam mit Medienschaffenden arbeiten.

Wie schützen wir junge Menschen vor Desinformation?

Die Auftaktveranstaltung zur Initiative #UseTheNews begann mit einer Panel-Diskussion. Dr. Carsten Brosda, Hamburger Senator für Kultur und Medien, Sonja Schwetje, Geschäftsführerin RTL Nord, Angelo Kwarteng, stellvertretender Vorsitzender der Schüler:innenkammer Hamburg, und Dr. Nele Meissner, CEO von wedium, diskutierten über die Herausforderungen der digitalen Medienwelt.

Ein Social-Media-Verbot sei nur vermeintlich wohlwollend, so der Tenor. Besser seien Mechanismen, die sich nach Altersstufen und Inhalten richten. Junge Menschen müssten lernen, sich in der Medienwelt zurechtzufinden, eine Kompetenz, die nicht nur ihnen fehle, sondern auch älteren Generationen.

Brosda betonte die Rolle des Hamburger Senats, alle Angebote an einen Tisch zu holen, Strukturen zu schaffen und den News Navigator als zentrale Anlaufstelle für Lehrkräfte und Jugendliche zu etablieren. Schwetje wünschte sich ein mediales Ökosystem, das Raum für alle bietet. Algorithmen hätten rein ökonomische Ziele, eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung sei nötig, um dies zu ändern.

Brosda ergänzte: „Plattformen zeigen uns auf unangenehme Weise, wie wir sind.“ Deshalb seien Kompetenz-Projekte besonders wichtig. Schwetje rief dazu auf, eigene Bubbles zu hinterfragen. Kwarteng betonte den engen Zusammenhang von Medien- und Demokratiekompetenz: „Demokratie wird nur durch Menschen geschaffen, nicht durch die Plattformen.“

Austausch auf Augenhöhe: Die interaktive Messe

Nach dem Panel öffnete eine interaktive Messe ihre Türen. ZEIT für die Schule war mit einem eigenen Stand vertreten und konnte mit Lehrkräften und anderen Medienhäusern direkt ins Gespräch kommen. Der Austausch zeigte: Das Interesse an Medienbildung ist groß und der Bedarf an einer zentralen Anlaufstelle noch größer.

Was Schüler:innen sich von Medien wünschen

Was fehlt jungen Menschen in der Berichterstattung? Darüber diskutierten Schüler:innen in einer Input-Session. Zu viel Problemfokus, zu wenig Lösungen und Optimismus, so die zentrale Kritik. Selbstwirksamkeit komme zu kurz, Themen müssten stärker Brücken zur eigenen Lebensrealität schlagen.

Die Schüler:innen forderten außerdem objektive Meldungen, ungehörten Perspektiven eine Bühne zu geben sowie junge Stimmen einzuholen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Einig waren sie sich auch darin, dass schwindende Aufmerksamkeitsspannen nicht mangelndes Interesse bedeuten.

Zum Abschluss wurde in Workshop-Sessions um anstehende Fragen diskutiert: Was muss der News Navigator leisten? Wie soll die Co-Creation-Woche am Schuljahresende aussehen? Wie gelingt Medienkompetenz schon in der Grundschule? Die Teilnehmenden diskutierten außerdem Studien zur Informationsnutzung junger Menschen und entwickelten konkrete Ideen, die Ergebnisse in die Praxis zu übersetzen.

Die Auftaktveranstaltung zeigte: Die Stadt Hamburg schafft Strukturen, die Nachrichtenkompetenz langfristig stärken sollen.